Biostrom Aktien an der Börse

Wenn von Biostrom an der Börse die Rede ist, sind meist Aktien der BKN biostrom AG gemeint. Doch mittlerweile ist der Biostrom Konzern Geschichte und andere alternative Anbieter finden sich auf dem Aktienmarkt.

 

Was war los mit der BKN biostrom AG?

Der Start der BKN biostrom AG im Jahr 2006 war vielversprechend. Mit ihren beiden Tochterunternehmen plante sie Biogasprojekte im ganzen Bundesgebiet. Die Nachhaltigkeit der von der BKN biostrom AG realisierten Projekte wurde mit fünf Sternen einstuft. Die Risikoklasse lag bei 4 von 5 Stufen, da den hohen Erwartungen zur gleichen Zeit nicht minder hohe Risiken gegenüberstanden.

 

Die dynamische Wertentwicklung konnte einen Totalverlust nicht ausschließen. Das Amtsgericht Vechta eröffnete mit Beschluss vom 12.06.2012 ein vorläufiges Insolvenzverfahren. Der Handel mit BKN biostrom Aktien wurde an der Börse und durch die Banken und Trading-Plattformen eingestellt.

 

Ökostrom Aktien an der Börse

Für viele andere Energieanbieter im Bereich der erneuerbaren Energien sieht die Bilanz jedoch positiv aus. Strom aus erneuerbaren Energien wird durch die Bundesregierung gefördert. Bis zum Jahr 2025 soll sich der Anteil auf 45 Prozent, bis 2035 auf 60 Prozent erhöhen. Viele Biogasanbieter verlagern aufgrund der günstigen Förderbedingungen ihre Geschäftstätigkeit ins Ausland. Die Biogasmärkte in den Niederlanden, im Vereinigten Königreich und in Tschechien haben sich in den letzten Jahren positiv entwickelt. Unternehmen, die im Bereich der erneuerbaren Energien bestehen wollen, müssen flexibel sein. Energieanbieter sind mit einem Anteil von 10 bis 50 Prozent auf dem Auslandsmarkt engagiert.

 

Dennoch bietet der deutsche Markt mit einem großen Anlagenbestand und seinem technischen Know-how ein großes Potential im Bereich des prozessbiologischen und technischen Service. In den drei Hauptbereichen Biogas-, Solar- und Windkraftanlagen ist ein gutes Entwicklungspotential vorhanden. Wer nicht mit spitzem Bleistift an die Projektierung herangeht und nicht alleine von optimalen Rahmenbedingungen ausgeht, für den erweist sich die Förderung und Investition im Bereich Ökostrom als gute Geldanlage. Ökostromanbieter müssen ihre Strategien an die sich verändernden Marktgegebenheiten anpassen, schnell reagieren und in der Lage sein, umzudisponieren, wenn es notwendig ist.

 

Keine rote Karte für Ökostrom

bioenenergieVon den Insolvenzen im Bereich der Solar-, Windkraft- und Biogasenergie sollten sich Anleger nicht abschrecken lassen. Finanzmarktexperten zeigen den erneuerbaren Energien keine rote Karte und bezeichnen die damit verbundenen Mittelstandsanleihen nach wie vor als sichere Anlage. Investoren sollten sich genau über die jeweiligen Ökostromanbieter erkundigen. Stimmen die in den Prospekten beworbenen Anlagen? Wie gut ist die Firma aufgestellt?

 

Den Grund für Insolvenzen sehen die Experten in einer falschen Handhabe der Ökostromanbieter. Bei vielen Unternehmen entstehen die ersten Solvenzprobleme bereits im Bereich der Platzierung. Die Energieunternehmen investieren eine bestimmte Summe, um damit ihre Unternehmensziele zu realisieren. Allerdings beachten sie dabei nicht immer, ob sie den mit dem Geld realisierten Sachwert, Solar-, Windkraft- oder Biogasanlagen, im Endeffekt tatsächlich platzieren können. Der Markt für Ökostrom ist laut der Experten noch nicht zu, eine Platzierung wird in Zukunft jedoch nicht einfach werden. Die Börsen versäumen es in vielen Fällen, die Publikation der bereits platzierten Emissionsvolumen zu veröffentlichen. Mittlerweile haben sie dieses Problem erkannt und passen den Regelwert an. Eine weitere Gefahr besteht in den Ratings, die in vielen Fällen zu positiv ausfallen. Sie versprechen, was die Ökostromanbieter im Endeffekt vielleicht nicht halten können.

 

Der Europäische Gerichtshof stellt sich mit seiner neuen ständigen Rechtsprechung auf die Seite der nationalen Förderung von Ökostrom. EU-Staaten können die Gewinnung von Ökostrom aus Solar-, Biogas- und Windkraft weiterhin rein national fördern und sind nicht verpflichtet, grünen Strom aus den Nachbarstaaten abzunehmen. Energieerzeuger und Anleger mit einem ökologischen Gewissen fördern mit ihren Investitionen den Ausbau erneuerbarer Energien. Sie leisten einen wertvollen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz und sichern damit das Allgemeininteresse, durch langfristige Investitionen Ökostromprojekte voranzubringen, so die Richter in ihrem Urteil.

 

Die Leipziger Strombörse

In Deutschland wird der Strom an der Leipziger Strombörse gehandelt. Der Nachteil für ökologisch orientierte Investoren ist, dass dort ausschließlich Graustrom gehandelt wird. Bei diesem Strom handelt es sich um einen Energiemix aus herkömmlichen und Ökostrom. Im Rahmen des Merit-Order-Effekts bestimmt sich der Strompreis durch das teuerste Kraftwerk mit den geringsten Kostenschwankungen.

 

Dies sind derzeit noch die Atomkraftwerke. Ihnen folgen Stein- und Braunkohlekraftwerke, Gaskraftwerke und Ölraffinerien. Erst dann wird der Strom aus erneuerbaren Energien berücksichtigt. Ökostrom verzeichnet starke Schwankungen im Bereich der Kosten und Stromproduktion. Das Erneuerbare Energien Gesetz schreibt Mindestmengen vor, um den Ökostrom ins Netz und an die Börse zu bekommen. Für die Zukunft gilt es, diese Energiemengen besser zu verwalten, um eine gleichmäßige Netzauslastung zu erreichen.

 

Realtime

Anleger sollten sich auf die im ÖkoDax gelisteten Unternehmen konzentrieren, deren Anleihen im Bereich der Solar- und Windenergiewerte ein Rekordplus verzeichnen. Der Weg über CDF- und Forex-Broker ist eine Möglichkeit, die richtige Tradingplattform zu finden. An vielen Börsen sind Kurssysteme in Realtime unter Einhaltung der AGB möglich. Die Aktien werden in Echtzeit (realtime) gehandelt, während die Neartime den Handel verzögert abbildet. Der Bezug von Realtime-Kursen ist kostenpflichtig, während der Bezug von Neartime gehandelten Aktien kostenlos ist.

 

Fazit

Mittelstandsanleihen im Bereich Ökostrom sind eine sinnvolle Ergänzung zum Investmentportfolio. Experten weisen darauf hin, sich von allzu positiven Ratings und bekannten Markennamen nicht ausschließlich beeinflussen zu lassen. Investoren sollten hinschauen und die Unterlagen des jeweiligen Energieunternehmens einer genauen Prüfung unterziehen. Die Devise lautet: Investitionen in erneuerbare Energien sind eine sichere Geldanlage, solange sie mit ausreichend Sachverstand getätigt werden. Der Markt für Mittelstandsleihen im Ökostrombereich werden sich laut der Finanzmarktexperten nach einem Bereinigungsprozess im Bereich der Anlagenplatzierung, der Börsenplatzierung von Emissionsvolumen und der Ratings zu einem Anlagensegment mit eigener Daseinsberechtigung entwickeln.

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